Spezifische Immunzellen bei Autoimmunerkrankungen
Das Immunologie-Forschungsteam von ISAR Bioscience hat Methoden entwickelt, um spezifische Immunzellen zu verfolgen, die eine zentrale Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielen.
Ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Tim Ammon bei ISAR Bioscience hat spezifische Immunzellen im Blut von Patienten mit zwei der häufigsten Autoimmunerkrankungen nachgewiesen und charakterisiert, nämlich bei der Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow sowie der rheumatoiden Arthritis. Autoantigene sind meist Proteine; sie werden bei solchen Patienten vom eigenen Immunsystem angegriffen.
Um mehr über die Auslöser und Marker dieser Erkrankungen zu erfahren, bestimmten die Wissenschaftler bestimmte Arten von Immunzellen: Autoantigen-spezifische B- und T-Lymphozyten sowie weiter (follikuläre) T-Helferzellen und dendritische Zellen (DC). Das Team entwickelte neuartige, robuste Methoden zum Nachweis dieser seltenen Zellen, die eine zentrale Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielen. Mit diesen Methoden lassen sich das frühe Stadium der Erkrankung, ihr Fortschreiten und die Auswirkungen therapeutischer Interventionen besser nachweisen und messen.
Die Untersuchung der Blutzellen von Autoimmunpatienten durch ISAR Bioscience basiert auf einer langjährigen Zusammenarbeit mit Prof. George Kahaly und seinem Team am Molekularen Schilddrüsenlabor der Universitätsmedizin Mainz sowie einem Netzwerk von Klinikern um Prof. Martin Ungerer, CSO bei ISAR Bioscience. Sie haben Biobanken mit Blut- und Gewebeproben von Autoimmunpatienten aufgebaut, die hinsichtlich Anamnese, klinischen Symptomen und Untersuchungen, Bildgebung, Gewebefunden, Biomarkern und anderen Serumwerten gut charakterisiert und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet wurden.
Die Untersuchung dieser Immunzellen eröffnet auch Möglichkeiten, die Wechselwirkungen verschiedener Zell-Populationen wie etwa dendritischer Zellen und T-Lymphozyten während und nach der Co-Kultur ex vivo zu messen. Damit sollen die so genannten Keimzentren des Immunsystems simuliert werden, in denen die Zellen heranreifen, die Antikörper und auch Auto-Antikörper herstellen.

Diese Ergebnisse wurden in zwei Open-Access-Zeitschriften veröffentlicht:
Ammon T, Zeiträg J, Mayr V, Benedicic M, Holthoff HP, Ungerer M (2025) Citrullinated autoantigen-specific T and B lymphocytes in rheumatoid arthritis: Focus on follicular T helper cells and expansion by coculture. Am College Rheumatol Open 1:e11785
LINK: https://acrjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/acr2.11785
Zeiträg J, Benedicic M, Wolf J, Ammon T, Mayr V, Holthoff HP, Kahaly GJ, Ungerer M (2025) Inflammatory and tolerogenic dendritic cells and T lymphocytes in Graves’ thyroidal and orbital disease. BBA Molec Basis Dis 1871: 167747
LINK: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0925443925000924?via%3Dihub


