Rezep­to­ren und zel­lu­läre Kommunikation

Rezep­to­ren und zel­lu­läre Kommunikation

G-Pro­tein-gekop­pelte Rezep­to­ren - ihre Akti­vie­rung, ihre Signale und ihre zel­lu­läre Lokalisation
Adap­tiert von Lohse&Calebiro, Nature 495, 457-458

Über­blick

Wir befas­sen uns mit den Mecha­nis­men der Akti­vie­rung und Signal­über­tra­gung von G-Pro­tein-gekop­pel­ten Rezep­to­ren (GPCR) und den nach­fol­gen­den Schrit­ten und Signal­kas­ka­den, die zu Ver­än­de­run­gen von Zell­funk­tio­nen führen.

G-Pro­tein-gekop­pelte Rezep­to­ren (GPCRs) sind eine große Fami­lie mit etwa 800 Mit­glie­dern, zu der Rezep­to­ren für Licht, Geschmack und Geruch, aber auch viele Rezep­to­ren für Trans­mit­ter und Hor­mone gehö­ren. Sie sind auch die wich­tigste Gruppe von Ziel­struk­tu­ren für Arz­nei­mit­tel, z. B. Beta­blo­cker, Anti­hist­ami­nika und Opiate.

Alle GPCRs haben gemein­same struk­tu­relle Merk­male, ver­mut­lich auch gemein­same Akti­vie­rungs­me­cha­nis­men, und sie alle signa­li­sie­ren über het­e­ro­tri­mere G-Pro­te­ine (Gαβγ) und - zu einem spä­te­ren Zeit­punkt der Akti­vie­rung - über β-Arres­tine. Wir ver­wen­den eine Viel­zahl von bio­che­mi­schen und phar­ma­ko­lo­gi­schen Metho­den sowie neue mikro­sko­pi­sche Tech­ni­ken, um die Mecha­nis­men ihrer Funk­tion und ihr Poten­zial als Ziele für inno­va­tive Arz­nei­mit­tel­the­ra­pien zu untersuchen.

The­men

Wo, wann und wie schnell wer­den Rezep­to­ren akti­viert? 

Die Akti­vie­rung von GPCRs wird durch die Bin­dung eines Ligan­den (z. B. Adre­na­lin, Glut­amat) an eine bestimmte Stelle eines Rezep­tors aus­ge­löst. Dar­auf­hin kommt es zu einer Kon­for­ma­ti­ons­än­de­rung des Rezep­tors, die es ihm ermög­licht, an G-Pro­te­ine zu bin­den und diese zu akti­vie­ren. Wir haben Metho­den ent­wi­ckelt, um diese Signal­er­eig­nisse mit Hilfe der Fluo­res­zenz­mi­kro­sko­pie zu ver­fol­gen, und wir wol­len unter­su­chen, wo und wann in einer Zelle diese Signale auf­tre­ten. Wir ver­wen­den Tech­ni­ken zur Aus­lö­sung der Rezep­tor­ak­ti­vie­rung durch Licht, um die Signal­über­tra­gung mit einer Auf­lö­sung im Sub­mil­li­se­kun­den­be­reich zu über­wa­chen. Wir arbei­ten auch an Tech­ni­ken zur Anpas­sung sol­cher Mes­sun­gen an das Hoch­durch­satz-Scree­ning, um nach Ver­bin­dun­gen mit unge­wöhn­li­chen Signal­ei­gen­schaf­ten zu suchen, die sie zu einer neuen Klasse von Arz­nei­mit­teln machen könn­ten, die im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Arz­nei­mit­teln nur eine Unter­gruppe von Wir­kun­gen aufweisen.

Kommt cAMP in Nano­do­mä­nen vor?

Zykli­sches Ade­no­sin­mo­no­phos­phat (cAMP) ist ein der GPCR-Akti­vie­rung nach­ge­schal­te­ter Boten­stoff, der bei vie­len phy­sio­lo­gi­schen Pro­zes­sen eine wich­tige Rolle spielt, von der Regu­lie­rung des Herz­schlags und sei­ner Kraft bis zur syn­ap­ti­schen Plas­ti­zi­tät. Obwohl cAMP eine frei dif­fun­dier­bare Sub­stanz zu sein scheint, deu­ten neuere Erkennt­nisse dar­auf hin, dass es in Zel­len in hohem Maße loka­li­siert wir­ken kann. Wir ver­su­chen, sol­che loka­len Effekte sicht­bar zu machen, und suchen nach Mecha­nis­men, die zu den pos­tu­lier­ten Nano­kom­par­ti­men­ten füh­ren könn­ten. Dazu ver­wen­den wir Modelle, die von der Ent­wick­lung und Expres­sion spe­zi­fi­scher cAMP-Sen­sor­pro­te­ine bis zu Stu­dien in trans­ge­nen Flie­gen- und Maus­mo­del­len rei­chen, in denen wir ver­su­chen, lokale cAMP-Signale abzubilden.

Wie und warum bil­den Rezep­to­ren Oligomere? 

GPCRs kön­nen supra­mo­le­ku­lare Kom­plexe (d. h. Di-/Oli­go­mere) auf der Zell­ober­flä­che bil­den. Ihre Größe, Natur und Dyna­mik sowie ihre phy­sio­lo­gi­schen und phar­ma­ko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen sind jedoch noch weit­ge­hend unbe­kannt. Wir kon­zen­trie­ren uns auf die Unter­su­chung der Dime­ri­sie­rung von Rezep­to­ren (ins­be­son­dere von adr­en­er­gen, Opiat- und Che­mo­kin­re­zep­to­ren) auf der Ober­flä­che intak­ter Zel­len sowie auf die Bewer­tung der Rolle der Dime­ri­sie­rung bei der Rezep­tor­ak­ti­vie­rung und der nach­ge­schal­te­ten Signal­ge­bung. Dazu ver­wen­den wir ver­schie­dene bio­che­mi­sche und mikro­sko­pi­sche Tech­ni­ken, ins­be­son­dere die Hel­lig­keits­ana­lyse und die Einzelpartikelmikroskopie.

Metho­den

Epifluo­res­zenz, kon­fo­kal, höchst­auf­lö­send 

Zum Auf­spü­ren von Rezep­to­ren oder Effek­tor­pro­te­inen ver­wen­den wir fluo­res­zie­rende Mar­kie­run­gen unter­schied­li­cher Art: fluo­res­zie­rende Pro­te­ine, Anti­kör­per, nich­t­or­ga­ni­sche Che­mi­ka­lien usw. In unse­rem Labor steht eine breite Palette von Mikro­sko­pen zur Ver­fü­gung, dar­un­ter kon­fo­kale Mikro­skope, Fluo­res­zenz­mi­kro­skope mit inter­ner Total­re­fle­xion und maß­ge­schnei­derte Mikro­skope für die Pho­to­lyse. Die Mikro­skope sind mit Pho­to­de­tek­to­ren und Kame­ras der neu­es­ten Gene­ra­tion aus­ge­stat­tet, die eine hohe zeit­li­che und räum­li­che Auf­lö­sung der Mes­sun­gen ermöglichen.To track recep­tors or effec­tor pro­te­ins we use fluo­re­s­cent labels of dif­fe­rent nature: fluo­re­s­cent pro­te­ins, anti­bo­dies, non-orga­nic che­mi­cals, etc. A broad range of micro­scope designs is available in our lab, inclu­ding con­fo­cal micro­scope, total inter­nal reflec­tion fluo­re­s­cence micro­scope, cus­tom-built micro­scope for pho­to­ly­sis. Micro­sco­pes are equip­ped with the newest gene­ra­tion of pho­to­de­tec­tors and came­ras, pro­vi­ding high tem­po­ral and spa­tial reso­lu­tion of measurements.

Ener­gie­trans­fer durch nicht­ra­dia­tive Dipol-Dipol-Kopplung

Wich­tige bio­phy­si­ka­li­sche Instru­mente, die in unse­rem Labor ein­ge­setzt wer­den, sind der Förs­ter-Reso­nanz-Ener­gie-Trans­fer (FRET) und der Bio­lu­mi­nes­zenz-Reso­nanz-Ener­gie-Trans­fer (BRET). Sie ermög­li­chen die Mes­sung von Abstän­den zwi­schen Domä­nen und Moti­ven inner­halb oder zwi­schen Pro­te­inen und lie­fern Infor­ma­tio­nen über Rezep­tor­kon­for­ma­tio­nen, die Akti­vie­rung von G-Pro­te­inen, die Kon­zen­tra­tion von Boten­stof­fen usw.

Lumi­nes­zenz-basier­tes Wirk­stoff-Scree­ning in Mikrotiterplatten 

Mit BRET-basier­ten Assays, die an Mikro­ti­ter­plat­ten ange­passt sind, kön­nen wir eine große Anzahl von Ver­bin­dun­gen mes­sen und ihre Aus­wir­kun­gen auf Rezep­to­ren und Signal­kas­ka­den bestimmen.

Bio­che­mi­sche Assays zur Unter­su­chung von Pro­tein- und Nukleinsäurefunktionen

Wir haben zahl­rei­che bio­che­mi­sche und funk­tio­nelle Assays ent­wi­ckelt, um Pro­te­ine und Nukle­in­säu­ren zu cha­rak­te­ri­sie­ren, die an Signal­pro­zes­sen betei­ligt sind.

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