TSHR-spe­zi­fi­sche Lym­pho­zy­ten im Blut von Mor­bus Base­dow Patienten

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TSHR-spe­zi­fi­sche Lym­pho­zy­ten im Blut von Mor­bus Base­dow Patienten

Die Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Pep­tide, die die Tole­ranz gegen­über dem Anti­gen wie­der her­stel­len, führte zur Ver­bes­se­rung aller Krankheitssymptome.

Rele­vante Immun­me­cha­nis­men, die auf spe­zi­fi­sche (Auto-)Antigene abzie­len, wur­den anhand von Blut­pro­ben von Mor­bus-Base­dow-Pati­en­ten (engl.: Gra­ves Dise­ase, GD) iden­ti­fi­ziert, wobei Auto­an­ti­kör­per und Immun­zel­len unter­sucht wur­den. Sie erlau­ben es, regu­la­to­ri­sche T‑Zellen und spe­zi­fi­sche Anti­kör­per­ant­wor­ten zu unter­su­chen, die auch bei der kli­nisch gut eta­blier­ten spe­zi­fi­schen Immun­the­ra­pie all­er­gi­scher Erkran­kun­gen beob­ach­tet werden.
Zur Behand­lung von GD wur­den inno­va­tive Pep­tide kon­zi­piert – sie ahmen die zylin­dri­schen Schlei­fen der extra­zel­lu­lä­ren A‑Domäne des zen­tra­len Thy­reo­idea-sti­mu­lie­ren­den Hor­mon­re­zep­tors (TSHR) nach. Diese Pep­tide wir­ken als tole­rie­rende Sub­stan­zen, d. h. sie stel­len die Tole­ranz gegen­über dem Anti­gen wie­der her. In Lang­zeit-GD-Model­len ver­bes­ser­ten sie nach 2–3 monat­li­chen Injek­tio­nen alle Krank­heits­sym­ptome. In nai­ven Mäu­sen lös­ten sie jedoch keine Immun­re­ak­tion aus.
Die­ses the­ra­peu­ti­sche Kon­zept wurde wei­ter­ent­wi­ckelt und auf die Behand­lung ande­rer Auto­im­mun­erkran­kun­gen, wie z. B. rheu­ma­to­ide Arthri­tis (RA), aus­ge­wei­tet, wo erste Leit­struk­tu­ren in Krank­heits­mo­del­len iden­ti­fi­ziert wurden.

Degen H, Gav­vo­vi­dis J, Blan­ken­stein T, Uhland K, Unge­rer M. TSHR-spe­ci­fic lym­pho­cytes in Ad-TSHR-immu­ni­zed native and HLA-DR3-trans­ge­nic mice and in Gra­ves´ dise­ase pati­ent blood. Thy­roid 2020, online preprint
doi: 10.1089/thy.2020.0338; https://doi.org/10.1089/thy.2020.0338